Kinder, hütet Euch vor den Götzen

Von Florian Berndt

Father of LightEs war Sonntag-morgen und wir waren gerade im Gottesdienst angekommen. Einer unserer Freund würde an diesem Morgen den Lobpreis leiten, bevor unser anderer Freund über das Herz  der Kindschaft sprechen würde. Ein gelungener Abschluss zu einer Vaterherz Konferenz an der viele gesegnet wurden und nicht nur tiefgehende Heilung erfuhren, sondern auch eine neue Perspektive für ihre Leben erhielten. In Anbetracht des Vortages waren wir alle gut gelaunt in den Gottesdienst gekommen und warteten gespannt darauf was Abba an diesem Morgen weiter tun würde.Doch es kam alles ganz anders als geplant.

Sobald der Gemeindeleiter auf die Bühne trat und den Verlauf der Konferenz zusammenzufassen versuchte, änderte sich die komplette Atmosphäre. Selbst unsere Freunde, und die Gäste die kein Deutsch sprachen, bemerkten den deutlich erkennbaren geistlichen Unterschied. Aus irgend einem Grund hatte unser Pastoren-freund sich entschieden das bisher Geschehene in eine andere Richtung zu lenken indem er die Eingangsverse von 1 Johannes 3 zitierte und kommentierte:

„Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch! Darum kennt uns die Welt nicht; denn sie kennt ihn nicht.  Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.  Wer Sünde tut, der tut auch Unrecht, und die Sünde ist das Unrecht.  Und ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und in ihm ist keine Sünde. Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.“ (1 Johannes 3:1-6)

Anstatt auf die Tatsache unserer Identität als Abbas Kinder hinzuweisen, legte er den ganzen Schwerpunkt darauf, dass wir uns nun von aller Sünde reinigen müssten, damit wir rein sein würden wie Er (Jesus) rein ist. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass die gesamte geistliche Atmosphäre ab diesem Moment kippte.

Das einzig gute daran war, dass die meisten Konferenzteilnehmer nicht mehr zugegen waren und der Sonntag-morgen Gottesdienst hauptsächlich von Gemeindemitgliedern besucht wurde. Auch der Lobpreis unseres Freundes und sein anschließendes Zeugnis trugen ihren Teil bei, dass einige der Besucher doch noch von der anschließenden Botschaft gesegnet wurden.

Doch lassen wir diese Geschichte an sich mal beiseite. Denn die Frage bleibt, von was spricht Johannes in dieser Passage? Schauen wir uns mal den Beginn und das Ende des Briefes an. Hier lesen wir die folgenden Worte:

„Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unsern Augen, was wir betrachtet haben und unsre Hände betastet haben, vom Wort des Lebens – und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das Leben, das ewig ist, das beim Vater war und uns erschienen ist –, was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir auch euch, damit auch ihr mit uns Gemeinschaft habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und das schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“  (1 Johannes 1:1-7)

Wir lesen hier also, dass die Botschaft, welche die ersten Apostel von Jesus hörten, besagt, dass Gott Licht ist, und dass keine Finsternis in Ihm ist. Jakobus schreibt ebenfalls in diesem Zusammenhang:

„Irrt euch nicht, meine lieben Brüder. Alle gute Gabe und alle vollkommene Gabe kommt von oben herab, von dem Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist noch Wechsel des Lichts und der Finsternis. Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.“ (Jakobus 1:16-18)

Das Wortspiel das hier verwendet wird, ist das eines sich drehenden Planeten. In anderen Worten, Gott hat keine dunkle Seite. Johannes schreibt auch darüber, dass wenn wir in diesem Licht der Güte des Vaters leben – die Liebe die Er uns erwiesen hat – dann werden wir Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn, als auch miteinander haben und wissen, dass wir von unseren Sünden im Blut des Lammes gereinigt sind. So, jeder der die Hoffnung hat so zu sein wie Er, was auf alle zutrifft, welche die wahre Natur Gottes erkannt und geglaubt haben (1 Johannes 4:16) und aus diesem Grund die Liebe und Kindschaft empfangen, welche der Vater über uns alle ausgießt und erwiesen hat (Lukas 6:27-37; Apostelgeschichte 17:26-31) reinigt sich auf diese Art und Weise wie Jesus rein ist.

Johannes schreibt in seinem Brief, dass wir lieben weil Vater uns zuerst geliebt hat (1 Johannes 4:19) und in seinem Evangelium, dass wir als Kinder Gottes leben wenn wir Seine Gebote halten (Johannes 14:15). Das Gebot Jesu‘ in diesem Zusammenhang ist, dass wir in Seiner Liebe bleiben, so wie Er in der Liebe Seines Vaters bleibt und dann einander mit Seiner Liebe – welche wir offensichtlich zuerst empfangen – lieben (Johannes 15:9, 13:34).

In anderen Worten, wenn wir sehen wie wirklich Er ist, dann werden wir sein wie Er, weil wir unsere wahre Identität im Licht Seiner wahren Identität erkennen (1 Johannes 3). Ihn nicht zu sehen wie Er wirklich ist, bedeutet demnach weiterhin in Sünde(das Ziel unseres Daseins und unserer wahren Identität zu verfehlen – wie es das Griechische so klar ausdrückt)  zu leben (und erinnern wir uns daran, dass die Menschheit im Ebenbild Gottes geschaffen wurde), weil wir weiterhin der Lüge der Schlange über unseren Vater und uns selbst glauben (1 Moses 3).

Offensichtlich können wir uns nicht selbst von unserem Versagen reinigen. Ansonsten hätte Jesus nicht für uns sterben müssen – und in Seiner Person und Seinem Werk wurde uns allen die immer währende Liebe und Vergebung des Vaters bereits zuteil (2 Korinther 5:19-21). Von was genau reinigen wir uns also wenn wir im Licht der Vaterliebe Gottes wandeln? Der Schlüssel liegt in den Abschlussworten von Johannes‘ Brief:

„Kinder, hütet Euch vor den Götzen.“ (1 Johannes 5:21)

In anderen Worten, haltet euch fern von falschen Gottesbildern, die der Botschaft Jesu‘ über Seinen Vater widersprechen. Denn nur Er kennt den Vater wirklich (Matthäus 11:27; Johannes 1:18). Darum weist uns Paulus an jedes Gedankengebäude, dass sich wider die Erkenntnis Christi (Seines Vaters) erhebt niederzureisen (2 Korinther 10:3-5).

Indem wir versuchen uns selbst von unserem Versagen – anstatt von den Götzen die unser falsches Gottes- und Selbstbild bestätigen – zu reinigen, weil wir an einem Gottesbild festhalten, das uns vom Vater Jesu‘ Christi fernhält, beten wir einen Götzen (ein falsches Gottesbild) an und verunglimpfen das Opfer von Gottes Sohn für uns (siehe den Hebräerbrief). Denn, in den Worten meines Freundes Andre Rabe„Jeder Gott der nicht aussieht wie der Abba Jesu‘, hat seine Wurzeln nicht in der Theologie sondern in der Mythologie.“ Darum möchte ich diesen Artikel auch mit den Abschlussworten von Brennan Mannings Autobiografie Alles aus Gnade beenden:

„Johannes, der Jünger den Jesus liebte, beendete seinen ersten Brief mit diesen Worten: ‘Kinder, hütet Euch vor den Götzen.‘ In anderen Worten, halte Dich fern von jedem Gott den Du begreifen kannst. Abbas Liebe ist unbegreiflich. Ich wiederhole es noch einmal: Abbas Liebe ist unbegreiflich.“

(Anmerkung: Florian Berndt ist einer der Gründer von Fatherheart Ministries Germany, einer Gruppe von deutsch und englisch sprechenden Christen die von der Offenbarung des Vaters angesteckt wurden. Fatherheart Ministries Germany ist Teil des Fatherheart World Netzwerkes. Als Mitglieder von PAPA (Perichoresis Association of People Adopted), leitet er, zusammen mit seiner Frau Clare, auch Perichoresis Germany, den deutschen Zweig von von Perichoresis Ministries Inc.)

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